Die erste Nacht in Tucson war ruhiger als erwartet. Wir frühstücken um halb sieben, holen uns in der Nähe unseres Hotels noch ein Heißgetränk und machen uns dann auf den Weg zum Tucson District Mountain im Saguaro Nationalpark. Der Park teilt sich in zwei Bereiche, die westlich und östlich von Tucson liegen. Wir entscheiden uns heute für den Westteil.
Wir kommen gut durch den Verkehr und sind um kurz nach 8 Uhr im Park. Das Visitor Center ist leider noch nicht geöffnet. Wir finden vor dem Visitor Center allerdings eine große Karte, die wir abfotografieren sollen, um Papier zu sparen.
Vorbereitet haben wir uns ja ohnehin zu Hause, insofern ist auch klar, in welchem Gebiet wir wandern wollen.
Wir fahren zunächst zum King Canyon Trailhead. Hier startet ein längerer Loop sowie ein Abzweig zum Wasson Peak. Den schließe ich aber aus. Ich klettere doch bei den hochsommerlichen Temperaturen nicht auf einen Berg.
Wir laufen einen schönen Loop durch die Saguaro-Kakteen und viele andere Sorten. Das wird schön heute.
Der King Canyon Trail windet sich bergauf Richtung Wasson Peak. Der war unten schon ausgeschildert, aber den machen wir ja auf gar keinen Fall. Wir haben heute 25 °C, die Sonne scheint ohne ein Wölkchen und richtig viel Schatten werfen die Saguaros nicht unbedingt.
Wir laufen durch unzählige Kakteen, beobachten Kolibris, wie sie Nektar aus den Saguaro-Blüten trinken und sperren die Lauscher auf. Im Saguaro leben verschiedene Eulen- und Kauzarten, die in den von Spechten ausgehöhlten Saguaros wohnen. Wir können keine entdecken, hören aber auf den ersten Kilometern immer ihre unverkennbaren Rufe.
Ich persönliche lausche auch auf Bienen, denn hier gibt es die sog. "africanized honey bees", gern auch als "killer bees" bezeichnet. Vor denen muss man sich in Acht nehmen. Normalerweise warnen diese Bienen, bevor sie zustechen, aber was wissen wir schon, wie so eine Warnung aussieht? Ich kann aber vorwegnehmen: Bienen und monströse andere Flugviecher sehen wir, aber niemand tut uns weh.
Der King Canyon Trail windet sich 3,5 km bergauf. Ich wollte den Wasson Peak eigentlich nicht laufen, aber irgendwann merken wir, dass wir den Loop, den wir laufen wollten, nicht vollenden können, wenn wir nicht den Gipfel vor dem Wasson Peak überwinden.
Wir haben überlegt, ob wir einen out-and-back-Weg daraus machen, weil der Aufstieg immer steiler über zahlreiche Serpentinen verlief und es wirklich warm und sonnig ist.
Aber irgendwie war der Ehrgeiz ja da und irgendwann sahen wir auch Wasson Peak, den Gipfel, vor uns. Als wir am letzten Abzweig ankamen - hier war die Frage: links runter zum Parkplatz oder noch mal aufwärts nach rechts auf den Wasson Peak - war die Entscheidung schnell da.
Und tatsächlich sind wir ganz stolz, also wir oben auf dem Wasson Peak stehen.
Der Rückweg zieht sich dann noch ein Stückchen länger, aber wir kommen bergab natürlich schneller voran. Über den Hugh Norris Trail, Sendero Esperanza Trail und den Gold Mine Trail geht es zurück zum Parkplatz King Canyon.
Nach gut 4,5 Stunden haben wir es geschafft. Wir sind zurück am Auto, plündern die Kühlbox, kühlen uns mit Eiswasser ab, genießen einen Apfel und eine Diet Coke und fahren dann noch mal zum Visitor Center. Wir brauchen noch einen Patch vom Saguaro für unsere "Nationalpark-Wand" daheim.
Anschließend fahren wir den Bajada Loop durch weitere Kakteen und verlassen dann den Nationalpark.
Auf dem Hinweg hatten wir am Highway einen "DQ" (Dairy Queen) gesehen. Der verkauft Eiscreme, Milchshakes und kleinere warme Gerichte. Wir haben uns schon beim Wandern auf einen Vanilleshake gefreut und den holen wir uns jetzt. Herrlich!!!
Ein bisschen Kultur muss heute auch noch sein. Wir fahren zur Mission San Xavier del Bac, die ohnehin auf dem Rückweg liegt.
San Xavier del Bac ist eine spanische Missionskirche, die um 1700 errichtet wurde. Nach ihrer Zerstörung wurde sie ein Stückchen weiter erneut errichtet.
Das Gebäude ist wunderschön, fügt sich m.E. gut in die vorhandene Architektur Tucsons ein und kann kostenlos besichtigt werden.
Auf dem Heimweg fahren wir kurz im Bass Pro Shop ran, weil wir noch zwei Mützen brauchen. Kann man sich jetzt fragen, warum die Mützen bei 25 °C brauchen, aber das wird sich an einem anderen Tag klären.
Abendessen gibt es heute noch mal im In'n'out und dann waren wir auch noch erfolgreich eine Transportbox kaufen. Wir hatten ja in Kalifornien von der Avila Farm eine schöne Schüssel gekauft und die wollen wir gern heil nach Hause bekommen. Unsere Box - nachmessen konnten wir ja nicht, sondern nur "Handylängen" schätzen - passt auf den Millimeter! An manchen Tagen hat man einen Lauf...
Das war es dann aber auch für heute.
Morgen wollten wir auf der Ostseite des Parks wandern, aber als wir oben auf dem Wasson Peak standen, sind wir ins Gespräch mit zwei anderen Wanderern gekommen und die hatten noch einen anderen Vorschlag für uns. Wir schauen mal. Morgen wird auf jeden Fall ein überraschender und spannender Tag. So viel ist klar.








































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