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Von wilden Eseln, Classic Cars und dem langen Weg nach Sedona

Heute wechseln wir nicht nur das Hotel, wir wechseln auch gleich den Bundesstaat. 370 Meilen liegen vor uns. Es geht von Kalifornien nach Arizona. 

 

Leider bietet das Hotel am Wochenende erst ab 7 Uhr Frühstück und wir sind schon um kurz nach 6 Uhr abreisefertig. Was tun? Aufs Frühstück verzichten, denn auf 370 Meilen wird sich schon etwas finden.

 

Gesagt, getan. Ein kurzer Stopp bei Starbucks in Twentynine Palms, eine Tankfüllung bei Chevron und wir starten. Zunächst geht es lange über einsame Highways ohne Ortschaften. Karge Landschaften, wenig Grün, dafür Felsbrocken und Sandwüste. Hauptsache, wir bleiben unterwegs nicht liegen, denn auch andere Autofahrer sind heute früh rar. 

In Amboy finden wir zumindest ein Café. Dann geht es weiter in die Einöde. Irgendwann wechseln wir auf die Interstate 40 Richtung Flagstaff und kommen hier ein bisschen schneller voran.

 

In Needles wollen wir die Interstate allerdings verlassen, weil wir ab hier die Historic Route 66 fahren wollen. Die führt über Oatman und Kingman nach Seligman. Alles historische Westernstädtchen an der Route 66.

 

Aber erst einmal meldet sich nach über 2 Stunden Fahrt das erste Hungergefühl. In Needles werden wir fündig. 

Das Wagon Wheel serviert Breakfast all day und wir werden schnell und lecker satt. Wenn ich gedacht habe, dass die 1+1+1 Combo eine kleine Portion ist, habe ich mich getäuscht. Der eine Pancake ist riesig! Gunnar bestellt den Frühstücksburrito mit Frühstückskartoffeln und schafft seinen Teller auch nicht leer. Hoffentlich wirkt sich das nicht aufs Wetter aus. 

 

Gut gestärkt fahren wir auf die Historic Route 66. 

 

Und dann liegt schon Oatman, unser erstes Ziel für heute, vor uns. Oatman ist bekannt für seine wilden Esel. Es handelt sich um Nachfahren der Goldgräberesel aus den 30er/40er Jahren, die damals zurückgelassen wurden. Sie sind in der Regel zutraulich, allerdings durchaus auch wild.

 

Gerade als wir ein Hinweisschild auf die freilebenden "Burros" sehen, kommen sie auch schon auf uns zu. 

Ein Eselchen traut sich auch gleich ganz nah an unser Auto. Offenbar sind sie es gewöhnt, aus den Autos heraus gefüttert zu werden. Aber auch ohne Futter bleiben sie freundlich.

 

Weiter geht es für uns. Wenige Minuten später fahren wir in den Ort Oatman. Ein kleiner Kulturschock. Oatman besteht quasi nur aus einer Straße, links und rechts sind Läden im Westernstyle, alles extrem touristisch geprägt. Der kleine Ort ist voller Menschen und auch wir stoppen kurz, zahlen 2 $ fürs Parken (auf Vertrauensbasis übrigens und das funktioniert) und laufen einmal auf und ab. Auch hier: Esel überall. Teilweise sogar in den Geschäften.

 

Man kann auch Eselfutter kaufen und sich noch etwas beliebter bei den Grautieren machen, aber sie bleiben auch so freundlich und sind für Streicheleinheiten und Fotos zu haben. 

Nach diesem kurzen Stopp geht es weiter nach Kingman. Wir überqueren auf der Historic Route 66 auf engen Serpentinen einen Gebirgskamm. Gunnar ist entspannt und routiniert und lässt sich weder von Kurven, noch von unübersichtlichen Kuppen oder übergroßem Gegenverkehr aus der Ruhe bringen.

Wir kommen wohlbehalten in Kingman an. Hier endet unser Weg unfreiwillig, denn die Route 66 ist gesperrt. Aber warum? Weil heute der Fun Run Arizona stattfindet, ein Classic Car Treffen. Hier sind wir also absolut richtig. Wir suchen uns eine Parklücke und schlendern durch die restaurierten und teilweise bildschönen Oldtimer. 

Über die Nebenstraßen können wir zurück zur Historic Route 66 fahren und peilen als nächstes den Ort Seligman an. Wir biegen allerdings bei nächster Gelegenheit auf die Interstate 40 ab, die uns auch nach Seligman führt. Wir müssen ein paar Meilen machen und haben noch einen langen Weg vor uns.

 

In Seligman gönnen wir uns bei Delgadillo's Snow Cap zwei Milchshakes - Blaubeer-Vanille für Gunnar und Schoko-Vanille für mich. Der Laden muss sich lohnen, denn wir stehen ganz schön lange dafür an. 

 

Ist dann aber auch sehr lecker und unser heutiges Mittagessen. 

Wir nehmen die letzte Etappe in Angriff. Wir fahren lediglich in Flagstaff kurz ab um erneut zu tanken, dann geht es die letzten Meilen nach Sedona. Und das scheint ein echtes Highlight zu sein. 

 

Sedona liegt inmitten roter Felsen, wirkt auf den ersten Blick super gemütlich, kleine Häuser im "mexican style" fügen sich harmonisch in die Landschaft, der Verkehr fließt dank vieler Kreisverkehre zügig voran und wir sind auf den ersten Blick begeistert.

 

Im Visitor Center werden wir umfänglich beraten und haben aufgrund der Vielzahl an Wanderwegen immer noch keinen Plan, welche es werden.

Beim Check-In im Hotel bekomme zumindest ich einen kurzen Schreck. Wir sind im Hilton Vacation Club und mir war der Aspekt "Club" nicht aufgefallen. Wir werden freundlich begrüßt, aber dann direkt mit Sonderangeboten und Rabatten für allerlei touristische Aktivitäten "belästigt". Wir lehnen das mehrfach und bestimmt ab und suchen dann mit unseren Zimmerkarten das Weite.

 

Wir haben hier aber ein schönes Appartement mit voll ausgestatteter Küche und eigenem Balkon, auf dem wir heute auch schon unser Abendessen genossen haben.

 

Im Safeway in Sedona haben wir uns für die nächsten 3 Tage eingedeckt und schauen jetzt bei einem Glas Wein auf die umliegenden roten Felsen. Lässt sich aushalten. 

 

Mal sehen, was wir morgen machen. Sonntags ist in Sedona mehr los und das müssen wir berücksichtigen. Die richtigen Wanderhighlights hat uns das Visitor Center für Montag oder Dienstag empfohlen.