Nach unserer anstrengenden Wanderung gestern überlegen wir, was wir heute machen. Noch einmal wandern? Oder lieber bummeln? Bummeln kann man auch zu Hause. Also wandern. Aber es muss etwas Leichteres sein.
Auf meiner Liste steht noch der Hogarth Lakes Loop in Kananaskis. Der ist als einfach beschrieben. Gunnar mag ja lieber die Herausforderungen, aber er ist absolut einverstanden mit der Wahl.
Wir halten kurz in Canmore und besorgen uns ein Mittag, dann fahren wir über den Smith Dorrien Trail nach Kananaskis.
Wenn wir in Canmore aus dem Supermarkt kommen, bin ich immer wieder begeistert von den umliegenden Rocky Mountains.
Das Wetter spielt heute früh wieder mit. Wir fahren im Sonnenschein Richtung Trailhead. Dann schlägt das Wetter allerdings um.
Am Trailhead steht ein anderes Auto und es scheint eine Baustelle in der Nähe zu sein, denn wir hören Baumaschinen.
Der Wanderweg ist allerdings nicht betroffen, daher laufen wir los. Die ersten 300 m sind gut zu bewältigen, dann sinken wir im Schnee ein. Endlich! Es ist unsere Chance auf eine Schneeschuhtour! Gunnar sprintet zum Auto zurück und holt unseren nagelneuen Schneeschuhe. Ich freue mich richtig, dass wir dazu kommen, sie auszuprobieren!
Und dann starten wir eine wunderbare Wanderung um die Hogarth Lakes herum. Der Trail ist als Snowshoe-Trail gut gekennzeichnet und hat nur wenige An- und Abstiege. Wir laufen auf Pfaden und durch Pulverschnee und genießen die Ruhe auf dem Wanderweg. Es hat angefangen zu schneien, was die Tour noch gemütlicher macht. Die Temperaturen liegen bei angenehmen -2,5°C, sodass wir überhaupt nicht frieren.
Die ersten Schritte sind noch etwas ungewohnt, aber man hat den Dreh schnell raus. 2 Stunden wandern wir entspannt vor uns hin und können mit Gewissheit sagen: ohne Schneeschuhe hätten wir den Loop nicht vollendet, denn das tiefe Einsinken im Pulverschnee ohne Schneeschuhe wäre uns auf Dauer zu anstrengend geworden.
Schön war das und wir sind ganz beschwingt, als wir wieder am Trailhead ankommen. Der Weg war super gekennzeichnet und wir waren - mal wieder - ganz allein.
Unser Mittag verspeisen wir noch an Ort und Stelle.
Wir verlassen die Hogarth Lakes in Richtung Kananaskis Trail. Wir finden noch einen 2. Wanderweg, der auf meiner Liste steht. Der Black Prince Cirque. "Moderately easy" steht auf dem Wegweiser. Das klingt doch gut. Den machen wir.
Und dann quälen wir uns mal wieder einen Kilometer steil nach oben. Ich will eigentlich schon fast umdrehen, aber Kapitulation ist ja bekanntlich keine Option. Und das ist auch gut so. Nachdem wir den Anstieg geschafft haben, geht es bergab zu einem See (natürlich verschneit) zwischen Felswänden. Das entschädigt auf jeden Fall für den anstrengenden Start.
Es hat aufgehört zu schneien und ab und zu schaut nun auch die Sonne durch die Wolken, während wir den dick verschneiten Wanderweg laufen.
Wir brauchen etwa eine Stunde und 15 Minuten und sind dann zurück am Parkplatz. Nun aber; es geht zurück nach Banff.
Im Stoney Nakoda Casino & Resort holen wir uns noch 2 Heißgetränke von Tim Hortons und fahren dann auf dem Trans-Canada-Highway "nach Hause".
Wir steigen aus den Wanderklamotten und machen uns frisch. Heute Abend gehen wir wieder schön essen. Wo? Auf dem Sulphur Mountain. Wir haben uns noch einmal für die Nightrise-Tour entschieden und dazu ein Abendessen in der "Northern Lights Kitchen" dazugebucht.
Um 17.30 Uhr nehmen wir die Seilbahn auf den Berg und genießen dort erst einmal die Eindrücke. In den einzelnen Gondeln liegen schon dicke Decken bereit und auch oben wird sehr für das Wohl der Besucher gesorgt: Verschiedene Sitzmöglichkeiten, z.B. eine Art Iglu und mehrere Feuerstellen laden zum Verweilen ein. Es gibt dicke Kuscheldecken, damit man es oben aushält. In regelmäßigen Abständen kommen Mitarbeiter herum und bieten Marshmallows zum Rösten über dem Feuer an.
Wir haben erst um 18.30 Uhr das Buffet gebucht und haben somit genug Zeit, die ganz eigene Stimmung zu genießen. In den Gondeln wird man mit Erzählungen der Stoney Nakoda eingestimmt, oben hören wir wieder Gesänge, Musik und Erzählungen der indigenen Bevölkerung. Banff liegt auf Stoney Nakoda Territorium und die Nightrise Experience ist eine Zusammenarbeit von Banff Gondola mit den Stoney Nakoda.
Wir finden ein Plätzchen draußen unter einem Heizstrahler und holen uns noch zwei warme Decken. So lässt es sich gut aushalten.
Um 18.30 Uhr suchen wir das Restaurant auf und bekommen einen wunderbaren Platz am Fenster mit Blick auf Banff. Fantastisch! Im Buffet sind Salate, Hauptspeisen (verschiedene Fleisch- und Fischsorten), Pizza, Nachtisch, Candybar und Softdrinks sowie Heißgetränke inklusive.
Musikalisch untermalt wird der Abend durch 2 Mitglieder der Stoney Nakoda, einer davon in traditioneller Kleiung.
Wir schlemmen und genießen den Ausblick. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Nach dem Essen schauen wir uns noch mal den heutigen "cold moon" an und fahren dann mit der Seilbahn wieder nach unten. Eingemummelt in eine Kuscheldecke lässt sich die Fahrt gut überstehen und wir haben es von der Seilbahn nicht weit zum Hotel.
Ein wunderbarer Tag geht zu Ende.









































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